Ausdruck von Witz und Güte am österreichischen und russischen Hof
- czytamszeptem
- 13. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die berühmte Kościuszko-Revolution wurde vorbereitet, doch ich wusste absolut nichts davon und erfuhr erst davon, als sie bereits durchgeführt war. Trotz meiner völligen Unwissenheit beschuldigten sich beide Höfe, ihre Beamten und Anhänger gegenseitig und befahlen mir, die Strafe zu tragen. Puławy wurden geplündert, vom Keller bis zum Dach leergeräumt, und mir wurde das genommen, was ich am wertvollsten besaß.
In Wien deuteten Männer und Frauen mit dem Finger auf mich und vermieden mich wie eine böse Kreatur. Neben den großen Sünden, die mir zugeschrieben wurden, erhielt ich eine Liste von Vergehen, jedes empörender als das andere – so dumm und lächerlich, dass man Österreicher sein müsste, um sie sich vorzustellen. Zum Beispiel behauptete man, dass ich in meinem kleinen Arbeitszimmer Herrn Zajączek versteckt habe und dass ich Komplotte schmiedete. Dabei kannte ich Zajączek nur flüchtig und hatte nie mit ihm gesprochen.
Man warf mir vor, nachts mit Pfarrer Piramowicz auf einem Bauernwagen zu verschwören – er mit dem Kreuz, ich mit zehn Hauben –, um die Bäuerinnen zu ermutigen und zu belehren, sich zu erheben.
Am Ende wurde eine Vielzahl von Unsinn vorgebracht, basierend auf diesen albernen Anschuldigungen, um mich mit Leiden zu überfluten, mich zu berauben, zu ruinieren und zu quälen.
Historischer Kontext:
Im Jahr 1794, während der Kościuszko-Aufstand, wurden Puławy – die Residenz von Izabela Czartoryska – von russischen Truppen geplündert als Strafe für ihre Verbindung zur Unabhängigkeitsbewegung.
In der historiografischen Forschung gibt es unterschiedliche Berichte über die Rolle Izabela Czartoryskas im Aufstand. Einige Autoren betonen ihr patriotisches Engagement, ihre Gastfreundschaft gegenüber Tadeusz Kościuszko und die finanzielle Unterstützung des Aufstands. Izabela selbst behauptet jedoch, dass sie von den Vorbereitungen zum Aufstand nichts wusste und erst nach dessen Ausbruch davon erfuhr.
Unabhängig vom tatsächlichen Ausmaß ihrer Beteiligung wurde sie nach dem Scheitern des Aufstands Opfer von Repressionen. Die österreichischen und russischen Höfe beluden sie mit absurden Anschuldigungen über Verschwörungen, was als Vorwand diente, Puławy zu plündern und die wertvollsten Güter zu beschlagnahmen.




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