Der Eintritt in Morpheus’ Reich
- czytamszeptem
- 13. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Herr de Fondbrune war ein französischer Emigrant. Er kam nach Warschau wie viele andere, und von Warschau – ebenfalls wie viele andere – kam er nach Puławy. Während der vier oder fünf Tage, die er dort verbrachte, erzählte er täglich eine Menge wunderbarer Geschichten, jedoch auf eine weitschweifige und geschwätzige Weise, was jedes Mal eher Unzufriedenheit hervorrief, die für ihn wenig schmeichelhaft war, der man sich jedoch nur schwer entziehen konnte. Daher erlaubte sich schon kein Zuhörer – vor allem aber der Hausherr – mehr, in einen süßen und tiefen Schlaf zu verfallen. Der gute Fondbrune, vertieft in seine Erzählungen, bemerkte die Wirkung seiner Offenheit nie und glaubte, dass wir aufmerksam seien, während wir in Wahrheit eingeschlafen waren.
Fondbrune reiste ab, und wir sahen ihn nie wieder, doch seine Erinnerung konnte nicht ausgelöscht werden, und sein Name wurde zum Synonym für den Schlaf und zu einem geflügelten Wort unter den Menschen, die tagsüber einschliefen. Die Liste war beachtlich, und wenn man sich traf, fragte man: „Habt ihr einen Fondbrune?“ Das gab Anlass zu unendlich vielen Scherzen und schließlich zu einem kleinen Fest, dessen Einzelheiten hier zu sehen sein werden.

Beim Aufgehen des Vorhangs schien ein kleiner Genius mitten in einem Hain von Rosen eingeschlafen zu sein. Da alles Pantomime war, passte die Musik zum übrigen Geschehen. Der kleine Genius (denn es waren verkleidete Jungen) ging also auf Zehenspitzen, mit einer hässlichen Maske bedeckt, um denjenigen zu erschrecken, der kommen sollte. In dem Moment, als dieser beim Erwachen einen Schrei ausstieß, erschien eine kleine Nymphe und band sie zusammen, indem sie einen Blumenkranz um sie warf. Bald darauf erschien eine Schar dieser reizenden Genien und ebenso reizender Nymphen, die von allen Seiten herbeiliefen, sich dem Spiel anschlossen, in die Hände klatschten, als ob sie die Gesellschaft ihrer Freunde suchten.
Diese ausgelassene Schar suchte bald nach anderen Vergnügungen. Man schlug Wettrennen vor, und als Preis – einen Kranz aus Blumen. Das Spiel wurde mit Anmut und Leichtigkeit durchgeführt. Diejenige, die gewann, stolz auf ihren Sieg, setzte sich den Kranz auf die Stirn und begann bald darauf, schöne Schmetterlinge zu jagen, die hier und da umherflogen. Alle reizenden kleinen Nymphen, geblendet von den leuchtenden Farben der geflügelten Insekten, kletterten über Zweige, um sie zu fangen. Obwohl sie leicht waren, gelang es keiner, die flüchtigen Schmetterlinge zu erhaschen, die schließlich im Luftdunst verschwanden.
Da kam der kleinen Schar der Wunsch zu tanzen. Man stellte sich auf, und all diese kleinen Wesen führten lebhafte und leichte Tänze auf. Am Ende kündigte der Klang des Tamburins und der Glöckchen den Wahnsinn an. Sie kam fröhlich, um sich über den reizenden Tänzerinnen zu bewegen, und führte die fröhliche Schar mit ihrem Narrenstab an, wodurch Lärm und Freude noch zunahmen.
Mitten im lärmenden Kreis trat ein kleiner Genius auf, um die Freude und das Spiel zu unterbrechen. Er verkündete, dass Morpheus, dessen Palast ganz in der Nähe lag, durch diesen Lärm geweckt worden sei und dass man sofort aufhören müsse, um nicht in Ungnade zu fallen. Die kleine Truppe machte sich ans Werk, und die Szene verwandelte sich im selben Augenblick.
Es erschien die Grotte des Morpheus, geschmückt mit Girlanden aus Mohnblumen. Der Gott der Stille stand mit dem Finger an den Lippen am Eingang. Morpheus selbst, weich auf Kissen ausgestreckt, schien in vollstem Vertrauen und Frieden zu schlafen. Die Faulheit lag zu seinen Füßen, auf denen ihr Kopf ruhte.
Kurz darauf klopfte es am Eingang der Grotte. Morpheus zuckte; ein Genius trat ein und gab ihm durch Zeichen zu verstehen, dass ein Fremder gekommen sei, der ihn sehen wolle. Er antwortete mit einer kategorischen Ablehnung. Da sagte der Genius – oder vielmehr schrie ihm ins Ohr –, dass der Fremde Herr de Fondbrune sei. Morpheus wäre beim Klang dieses Namens, das ihm nicht unbekannt war, beinahe in Ohnmacht gefallen.
Herr de Fondbrune wurde hereingeführt; er warf sich in die Arme des Morpheus, der ihn zärtlich umarmte. Fondbrune bat um die Erlaubnis, seine treuesten Anhänger einzuführen. Morpheus willigte ein und befahl, um sie zu bewirten, den Hilfsgenien, Betten, Sofas und Kissen zu bringen.
Jeder luftige Schlaf- oder Ruheplatz trug den Namen der Person, für die er bestimmt war. Es waren die schönsten geschmückten Winkel in Puławy. Für den Fürsten Czartoryski, seinen Sohn Fürst Adam, Herrn Ciesielski und Herrn Krupiński gab es jeweils einen Platz. In diesem Moment fiel der Vorhang.



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