Mein kleiner Garten – eine Erinnerung an meine guten Tage.
- czytamszeptem
- 13. Aug. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Ach! Mein kleiner Garten wird mir immer teuer sein: denn stets blühend, stets gepflegt, finde ich in ihm jeden Tag neue Reize, von der Natur geschenkt, durch meine Arbeit bewahrt, durch meine Dankbarkeit geschätzt. Ja, ich trage Dankbarkeit in mir gegenüber diesem kleinen Garten, den ich liebe wie einen sanften und höflichen Freund, der mich jedes Mal mit neuer Freundlichkeit empfängt, der mir seine Schönheit verdankt, so wie ich ihm meine süßesten Stunden verdanke. Wenn ich ihn nach kurzer Abwesenheit wiedersehe, empfindet mein Herz dasselbe Gefühl wie beim Wiedersehen eines Freundes. Oft geschah es mir, dass mir Tränen flossen, allein beim Anblick, wie ich von meinen Bäumen umschattet bin. Jeder Schritt, den ich in diesem kleinen Garten tue, ruft mir eine Erinnerung, einen Gedanken, ein Gefühl zurück. Die Stunden, die ich dort verbringe, vergehen für das Glück viel zu schnell.
Dieses Glück stelle ich über jedes andere: Ja, ich schwöre, trotz vieler hinzugekommener Jahre, nach reiflicher Überlegung, bin ich glücklicher, seit ich mich in diesem kleinen Garten niedergelassen habe, als ich es in der Welt war. Weniger Sorgen, weniger dieser quälenden Unruhen, die die Eigenliebe in tausend Gestalten unaufhörlich neu gebiert. Mehr Vernunft, weniger Torheiten, Empfindsamkeit ohne Überschwang, Ruhe ohne Gleichgültigkeit, Vergnügungen im Rahmen meiner Mittel, Neigungen leicht zu befriedigen, Bindungen so süß.
Dies ist es, was die Vorsehung mir für den Abend meines Lebens bewahrt hat:
Mein kleiner Garten umgibt alle meine Zimmer. Beim Erwachen lenke ich unwillkürlich meine Schritte dorthin: eine unwiderstehliche Anziehungskraft führt mich, und ich befinde mich dort, ehe ich noch daran denke, hinzugehen. Beim Eintritt fühle ich mich umhüllt vom Duft der Blumen, die ihn erfüllen. Das Erste, was meinen Blick trifft, ist ein weißer Marmoralter, den ich seit achtzehn Jahren Gott im Namen meiner Kinder geweiht habe. Wie teuer ist mir dieser Tribut in meinem Herzen! Er wurde dargebracht Dem, den ich meinen Vater nennen darf, Dem, der mir meine Kinder erhalten hat, Dem, der tröstet, Dem, der hoffen lässt, Dem, den ich immer gut und barmherzig finde. Dieser Altar ist umgeben von riesigen Pappeln, die ich eigenhändig gepflanzt habe. Die Natur scheint sie zu schützen, und die Erde scheint sie stolz zu tragen. Sie überragen mit ihren Wipfeln alle Bäume der Umgebung. Diese Pappeln, von dichten Fliedern umgeben, erscheinen, als wüchsen sie aus einem blühenden Korb. Die Flieder, verflochten mit Azaleen mit goldenen Blüten, die ihre reizenden Sträuße ineinanderflechten, bilden diesen Kreis, der meinem Herzen so teuer ist. Neben dem Altar wächst eine Wildrose mit duftenden Blättern, Rosmarin in voller Blüte, Rosen, Veilchen – all diese Blumen schmücken abwechselnd den weißen Marmor zu Füßen des Altars mit der einfachen Inschrift: „Gott! Für meine Kinder.“ Dankbarkeit hat sie eingraviert, süße Hoffnung lässt mich sie immer wieder lesen.
Weiter, neben meinem Fenster, habe ich meine Voliere aufgestellt, in der meine Kanarienvögel im Sommer eine Art Freiheit genießen. Beschattet von einer großen, dichten Akazie, ist sie mit Geißblatt und Rankpflanzen umwachsen. Zwischen den duftenden Sträußen, die diese Pflanzen hervorbringen, sieht man gelbe, graue und grüne Kanarien – ihre Nester, ihre Freude. Man hört ihr Zwitschern, ihren Gesang, ihre Neckereien und Liebeswerbungen. Neben der Voliere ziehe ich jeden Frühling eine Sammlung von Blumen. Rosen auf hohen Stielen, Ginster mit biegsamen Zweigen, Myrten in voller Blüte, Orangenbäume in voller Blüte, Magnolien mit glänzenden Blättern – all dies erhebt sich auf den ersten Stufen der Terrasse. Weiter unten wachsen Büschel von rosa Nelken, purpurnen, weißen, violetten und bunten Levkojen, Nelken in warmen Tönen sowie Blumen aller Art, die ihre leuchtenden Farben und entzückenden Düfte mischen. In einer Ecke der Einfriedung, die an mein Fenster grenzt, steht ein Tisch mit einem kleinen Matten-Dach, das als Sonnenschutz im Garten dient. Dort frühstückt man, dort arbeitet man, dort spricht man vertraulich. Auf der anderen Seite bilden vier Pfeiler aus behauenem Stein, bekrönt von einem Rohrdach, umrankt von Kletterpflanzen, eine kleine Laube von bezaubernder Schönheit. Von der einen Seite ist es die Weichsel, oft mit Booten bedeckt. Vom Inneren aus sieht man den Tempel, seinen Portikus, seine Säulen und die alten Bäume, die ihn beschatten. In der Mitte […], zwischen großen Gruppen mächtiger Bäume, ein weitläufiges Tal, Wiesen mit Vieh, abgeschlossen von Bergen, einem Dorf und einer Kirche. An stillen, ruhigen Abenden dringt der Klang der Glocke, wenn auch fern, manchmal bis zu mir. Unter einem der Pfeiler meiner Laube habe ich einen schönen Faun aufgestellt. Aus weißem Marmor, unter einem Dach, inmitten duftender Pflanzen. Er ist das Sinnbild der Freude meiner Seele, und ich sehe ihn gerne zwischen der imposanten Gestalt des Tempels, dem melancholischen Anblick des Tals und dem Körper eines alten Mannes auf der alten Weichsel, die mir vieles in Erinnerung ruft.
Ein wenig weiter erhebt sich eine alte Linde, die gewiss viele Generationen hat kommen und gehen sehen. Sie scheint meinen kleinen Garten zu schützen, ihn mit ihrem Schatten zu bedecken, ebenso wie die kleine Hütte, die unter ihren Ästen steht. Seit vielen Jahren wird sie von einer Nachtigall bewohnt, die jeden Frühling zurückkehrt, um mit ihrer kleinen Familie hier zu nisten. Eine dichte Pflanzung bildet die Umfriedung auf einer Seite meines geliebten Gartens, auf der anderen wird er nur durch biegsame Sträucher begrenzt, die dem Blick erlauben, ihn zu überschreiten und einen Teil der Weite des großen Gartens zu erblicken.
Warum, wird man mir sagen, diese Beschreibung, da ich doch an diesem Ort wohne und er mir gehört! Es ist reine Dankbarkeit, ein unbestimmbares Gefühl, das an die Freundschaft erinnert, die man einem Wesen entgegenbringt, das zu unserem Glück beiträgt und dessen Bild man zu besitzen wünscht. Ich verbringe mein Leben in diesem Garten und bin dort glücklich: dort lese ich, dort denke ich, dort träume ich. Dort bin ich mit meinem Mann und meinen Kindern. Dort erteile ich meiner kleinen Zosia Unterricht. Dieses Kind, das mir so teuer ist, hört mir zu, versteht mich, antwortet mir, stellt mir Fragen! Ihr Geist und ihr Herz nehmen die Eindrücke auf, die ich ihr zu vermitteln suche. Sie gewöhnt sich in diesem kleinen Garten daran, die Bäume, die Blumen und die Natur zu bewundern: ganz natürlich lenke ich ihre Aufmerksamkeit auf Den, der alles erschaffen hat.
Meine Seele, die sieht, wie dieses junge Kind sich entfaltet und bildet, wiederholt schweigend das Versprechen, das ich ihrer sterbenden Mutter gegeben habe, niemals meine Bemühungen, meine zärtliche Fürsorge für dieses mir anvertraute, liebenswerte Wesen einzustellen.
Ich habe das Alter überschritten, in dem leichtsinnige Unbekümmertheit uns hindert, den schnellen Lauf der Zeit wahrzunehmen. Allmählich sind Anmut und Erinnerungen an meine schönen Tage verblasst. Soeben habe ich das Bild meiner guten Tage beschrieben. Mögen sie noch lange währen. Möge mein kleiner Garten – stets grün, stets glücklich – meinen Mann, meine Kinder, meine Freunde oft bei mir verweilen lassen.
Noch einmal sage ich, dass ich ihn liebe, denn alles gefällt mir darin, alles erscheint mir dort besser und glücklicher. Meine Freuden sind dort lebhafter, mein teurer […] treuer. Die Farbe des Sees ist schöner, die Sonne heller, der Mond sanfter, der Tau frischer, die Blumen duftender. Es ist Zauberei! Vielleicht ist es Schwärmerei, aber warum sollte ich darauf verzichten! Sie ist so oft der Zauber meines Lebens.




Kommentare